re.play – UFO: Enemy Unknown

Persönliches

Ich kann mich noch daran errinnen, wie ich im Sommer mit meinem Freund auf einer virtuellen Insel gestrandet bin. Wir hatten beide einige Spiele für die Sommerferien (wohl ’94) aufgespart und freuten uns darauf sie ausführlich zu Spielen. Als erstes wollten wir beide mit Syndicate richtig durchstarten. Es endlich einmal Durchspielen. Dann stellten wir beide jedoch fest das unsere Rechner mit dem Parity Boot-B Virus infiziert worden waren. Da wir nicht wirklich einen Plan hatten, wie wir damit umgehen konnten, stand eine neuinstallation des PCs an. Wir wussten auch nicht auf welchen Disketten der Virus war, also war eine einfache „Nachinstallation“ der Spiele, die wir uns vorgenommen hatten auch nicht möglich. Sicher waren wir uns nur bei Red Baron und Mechwarrior, beide hatten wir aber schon ausgiebig gespielt. Zum Glück hatte ich damals UFO vorbestellt. Wir hatten es aber wohl vergessen, oder wussten nicht mehr genau wann es eigentlich bei uns ankommen würde, daher waren wir freudig überrascht als es dann plötzlich vom Postboten geliefert wurde. Damit waren diese (und andere) Ferien gerettet. Wir gingen in UFO auf, wir fieberten mit unseren Soldaten, schimpften auf die Ausserirdischen und zerbrachen uns darüber den Kopf, was wir als nächstes Erforschen sollten.

Das Intro

Grafik

Für 1994 ist die Grafik nicht allzu beidruckend. Die isometrische Sicht bringt zwar eine gewisse Übersichtlichkeit mit, aber die unterschiedlichen Ebenen erforderten erstmal etwas Gewöhnung.

Der Kampf in einer Alien-Basis

Dann gewöhnten wir uns daran und es trug durch die vielen kleinen Details in der Grafik sehr zu unserer Immersion bei. Die Zwischengrafiken im Spiel, sind schön gepixelt und passen sich der Akte-X Stimmung gut an.

Inventar eines Soldaten

Performant ist die Grafik nicht gerade, aber es ist ausreichend und bei Rundenstrategie kommt es ja nicht auf reflexartige Interaktionen an.

Sound

Der Sound ist zweckmäßig und ehr spärlich, was in dem Fall von UFO: Enemy Unknown aber zur Atmosphäre und Immersion beiträgt. Es erzeugt eine glaubwürdige Spannung. Jeder Soldat versucht so wenig Geräusche wie möglich zu machen. Die Aliens schleichen hin und her, kümmern sich aber weder um Türen oder Schüsse. Sie sind überheblich und verraten so ihre Position, obwohl wie sie noch nicht sehen können.

Die Musik passt zum Thema. Hier herrschen ehr langsamere Stücke vor, aber vor bestimmten Kämpfen wird es dann schneller und gibt schon Hinweiß auf die kommende Action.

Die „Geoscape“ Macro-Ansicht

Gameplay

Grob kann man UFO in drei Ebenen aufteilen.

  • Macro-Management: Hier müssen wir die grobe Richtung für unsere Anti-Alien-Organisation bestimmen. Wo werden Basen gebaut? Wo wird Aufklärung betrieben? Wo starten wir Einsätze (welche Länder müssen wir unterstützten)? Aus dieser Sicht spielt sich UFO mehr wie ein Civilization.
  • Middle-Management: Hier Entscheiden wir über Forschung und Produktion, das kaufen und verkaufen von Gütern und Ausrüstung, das Anheuern von Wissenschaftlern und Ingenieuren und nicht zu vergessen den Ausbau der Basen. Dieser Teil ist mehr eine Wirtschaftssimulation
  • Micro-Management: Hier steuern wir unsere Soldaten über das Iso-Schlachtfeld, klären auf, legen Hinterhalte und bestimmen so letztendlich wie viele finanzielle Unterstützung uns im nächsten Monat zugestanden wird. Hier greifen viele bekannte Rollenspiel-Mechaniken
Der Basen-Bau

Diese Einteilung ist natürlich nur sehr grob. Es gibt viele kleine Facetten in diesem Spiel, die sich erst durch das Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Genres ergeben. Für mich macht erst die gelungen Interaktion der Elemente aus UFO ein wirklich sehr gutes Spiel.

Wie gewohnt könnt ihr gern das re.play hier anschauen.