re.write – Den alten Gameboy wieder fit machen

Gameboy Classic DMG-01

Teil-1

 Gameboy DMG-01

Er ist seit 1989 erhältlich. Seit 1990 im europäischem Raum und von Nintendo schon so konstruiert, dass man ziemlich rabiat mit ihm umgehen konnte.

Technische Daten: https://de.wikipedia.org/wiki/Game_Boy

Der Gameboy Classic ist schon in die Jahre gekommen und hat manchmal ganz bestimmte Wehwehchen.

Häufig ist das Gehäuse vergilbt, der Displayschutz verkratzt, der Lautsprecher ist tot oder die Tasten funktionieren nicht mehr richtig. Ganz „böse“ 😉 sind die sogenannten Deadlines.

Dies sind in der Tat aber keine schlimmen „Defekte“

Meinen Gameboy von damals habe ich gesäubert und musste ihn zum Teil reparieren. Er blieb aber im Originalzustand. Er ist etwa seit 1990-91 in meinem Besitz. Es existieren bei uns noch weitere vier. Zwei dieser Gameboys werden im Teil 2 etwas aufgemöbelt.

Auflistung & Beschreibung der Arbeiten

Nach Schwierigkeitsgrad aufgelistete Defekte, die mir so unterkamen inklusive ca. Preise wenn man in Deutschland kauft.

1-4 Neues Gehäuse = Selbstläufer inklusive Gummis, Tasten und Displayschutz ~13€

2 Kontakte unter den Tasten schmutzig = ~0€

3 Neue Druckpunktgummis = ~2€ + 1,5€ für Start, Select

4 Displayscheibe = ~3€ Plastik oder 6€ Glas

5 Neuer Lautsprecher ~3€ = Muss angelötet werden

6 Deadlines = Feinarbeit mit dem Lötkolben (hört sich schlimmer an als es ist)

Benötigt werden für Teil 1 ein Tri-Wing Schraubenzieher, einfacher Lötkolben und feine Kreuzschlitzschraubenzieher.

Optional einen feinen Kamelhaarpinsel oder ähnliches und Brillenputztücher.

Tri-Wing
Tri-Wing

Das Gehäuse

Ich habe von 2 verschiedenen ausländischen Anbietern transparente Gehäuse geordert. Tasten und Gummis werden manchmal mitgeliefert.

img_20160924_113012 img_20160924_112951 GB Trio

Alle hatten die originalen Merkmale, aber ein paar Mängel! Es ist möglich, dass nicht bei allen Läden diese Mängel auftreten. Aber nun zu meinen Problemen.

Äußerlich = Alles gut bis auf ein paar sehr minimale optische Mängel. Innen = Naja! Die Abmessungen sind nicht ganz wie beim Original gewesen. Die Tasten sind zu weit im Gehäuse und die Batterien berühren die Kontakte nicht. Man musste also etwas schleifen!

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Auf beiden Seiten musste der Dremel ran!

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Schwergängige/defekte Tasten? Nicht verzweifeln!

Im Normalfall können einfach nur die Kontakte dreckig sein, oder die Druckpunkt-Gummis sind gerissen. Kontakte auf dem Board und die Gummis sehr gut abwischen! Danach sollte es sich wie neu anfühlen, wenn man zusätzlich für wenige € neue Gummis gekauft hat, was man bei dem Alter eigentlich mit machen kann.

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Kontakte

Displayschutz verkratzt?

Alte Scheibe, wenn noch nicht herausgefallen, einfach ‚rausdrücken und neue einkleben. Die Scheiben gibt es häufig bei ebay und in bestimmten Shops. Möchte man etwas Höherwertiges, bekommt man diese auch aus echtem Glas, wie bei meinem blauen zu sehen.

Ausführung – Play it Loud (gab es original)

Material – Glas

Farbe – Schwarz

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von handheldlegend.com

Vor dem Zusammenbau darauf achten, dass der Staub zwischen Display und Schutzscheibe penibel beseitigt wird. Fingerabdrücke auf der Rückseite sollten auch vor dem Zusammenbau beseitigt werden. Also gründlich kontrollieren.

Deadlines (Vertikal fehlende Pixelreihen)

DMG Deadlines
Das Braune Kabel muss erhitzt werden. Hier links Außen

In vielen Fällen haben sich nur die Kontakte des Flachbandkabels, welches direkt auf dem LCD aufliegt, etwas gelöst. Es ist nicht sichtbar, kann aber mit einem normalen Lötkolben beseitigt werden. Dazu muss der Lötkolben nur vorsichtig über das Flachbandkabel gestrichen werden, bis die Linien wieder erscheinen. Es sind in etwa die Bereiche auf dem Kabel, welche auf dem LCD auch nicht funktionieren.

Manchmal erscheinen die fehlenden Linien ein paar Sekunden nachdem es sich etwas abgekühlt hat.

Vorsicht! Bei starken Lötkolben die Temperatur etwas runterdrehen und generell nicht zu lange an einer Stelle bleiben. Das Kabel schmilzt zwar nicht, aber für Schäden übernehme ich keine Verantwortung. Aber ich kann sagen, dass dieses Kabel einiges verkraftet!

 

In Teil Zwei wird es etwas anspruchsvoller. Der Einbau und Erklärung eines LED Backlight + Bivert Chip

re.play – Tiny Toon Adventures

Tiny Toon Adventures

Persönliches

Eine der verrücktesten, anarchischsten Cartoonserien der frühen 90er war Tiny Toon Adventures – und dasselbe sollte man auch vom dazugehörigen NES-Titel erwarten dürfen. Ein Jump’n’Run war wohl die beste Art, eine solche Umsetzung anzulegen, und nach reichlich Mario-Titeln bot sich das als weitere, kinderfreundliche und optisch gefällige Variante an. Ich meine, es auch nicht vorher probegespielt zu haben, aber hatte eben an die Mario-Steuerung gewöhnt leichte Einstiegsprobleme – konnte es aber nach kurzer Zeit fast mit verbundenen Augen spielen.

TT-Start
Tiny Toon Adventures: Der Startbildschirm

Spielgeschichte

Auch hier eigentlich das klassische Mario-Thema: Babs Bunny wurde entführt, und Buster Bunny muss sie mit Hilfe seiner Freunde befreien. Der Entführer ist Montana Max, der Grund für die Entführung ist – keiner, außer dass das Spiel ’nen Ziel hat, und der Weg zum Endgegner scheint auf einer Art Weltkarte wählbar, ist aber dennoch streng linear vorgegeben, eine Auswahlmöglicheit der Reihenfolge gibt es nicht. Hilfe bekommt man durch die Freunde Plucky Duck, Dizzy Devil und Furball, mit welchen man an bestimmten Punkten die Rollen tauschen kann. Zusätzliche Charaktere aus der Fernsehserie haben leider nur eine Nebenrolle, wie zum Beispiel Hampton, der hinter manchen Türen im Level ein „Geschäft“ betreibt, das gesammelte Karotten in weitere Leben umwandeln kann. Mit wenigen Ausnahmen wie Montanas Geldspeicher oder Whacky World haben die Level keinen direkten Bezug zur Serie. Achja, und als Zwischen-Endgegner taucht zuweilen Elmyra auf, die einen zu Tode knuddeln will.

TT-Map
Die Weltkarte – nicht so frei begehbar wie es scheint.

Gameplay

Hier erwartet einen ein klassisches Jump’n’Run, die meisten Gegner lassen sich durch Sprung auf den kopf ausschalten, oder durch Sonderfunktionen der Spielfiguren, wie etwa Dizzy Devils Tornado. Die Wahlmöglichkeit der Spielfigur ermöglicht unterschiedliche Spielweisen in Leveln: Während Dizzy nicht schneller laufen kann aber mittels Druck auf die Taste B kurzzeitig in Tornado-Form unverwundbar ist (aber nicht unsterblich, gegen Abgründe hilft das nicht), kann Furball Wände hochlaufen und Plucky Duck ähnlich wie Waschbär-Mario durch Triggern der A-Taste segeln. Auch unter Wasser hat Plucky Bewegungsvorteile. Buster hingegen kann einfach nur am schnellsten laufen und am höchsten springen. Gewechselt wird an festen Orten im Level, der ein entsprechendes Item versteckt. Leider kann man nicht beliebig in eine der drei alternativen Formen schlüpfen, sondern muss zu Beginn der Stage eine Figur auswählen. Shirley gibt dabei Ratschläge, die sich aber im Nachhinein alle als nicht sonderlich treffend erweisen.

TT-Select
Im Auswahlbildschirm gibt Shirley Hinweise

Die Welten selber bestehen aus mehreren Abschnitten, mit Ausnahme von Whacky World, und es läuft ein beständiges Zeitlimit um etwas Druck auszuüben – was aber nur in Whacky World relevant wird, da die anderen Level relativ kurz gehalten sind. Auch gibt es nicht alzu viel zu erforschen oder zu finden, sodass man an sich nie in Zeitnot gerät.

Grafik und Sound

Die Grafik ist ein wenig in der pastelligen Farbpalette beheimatet, die Charaktere sind hingegen treffend gezeichnet und toll animiert – inklusive individueller Animationsschleife, wenn man sie warten lässt (Hecheln bei Dizzy, nervöses Fußgetrappel bei Plucky, und so weiter). Buster kann man auch mal lässig an eine Wand lehnen – ohne Einfluss auf das Spielgeschehen, aber man merkt dass dort viel Zeit ‚reingeflossen ist. Die Level kommen da beinahe etwas zu kurz, die Hintergründe sind eher sparsam detailliert. Der Sound rangiert irgendwo zwischen „gut umgesetzt“ und „himmelschreiend nervig“, wobei letzteres gerade in Whacky World Absicht gewesen sein dürfte.

TT-Whacky
Dodos sammeln in Whacky World

Anspruch

Der Einstieg war damals nicht so einfach, und ich habe auch für das re.play wieder relativ lange gebraucht. Die unterschiedlichen und wechselnden Bewegungsmechaniken machen die Gewöhnung schwieriger, und in manchen Leveln haben bestimmte Figuren so eklatante Vor- und Nachteile, dass man sich den gesamten Level eben sehr einfach oder gnadenlos schwer machen kann. Insgesamt setzt der Spielfluss mehr auf Geschwindigkeit und das Auswendiglernen der -dafür immerhin passend kurzen – Level, langsames und bedächtiges Herangehen rächt sich eher. Ist man einmal im Flow, ist das Spiel erstaunlich schnell durchgezogen, und den wenigen schweren Abschnitten stehen lange, extrem einfache Passagen gegenüber. Insgesamt fühlt sich das Spiel auch wie eine Episode Tiny Toons an: Story ist egal, viel Bunt, viel Krach, und kurzweilige Unterhaltung. Durch die Möglichkeit zur Charakterauswahl ist immerhin ein wenig Replay-Value gegeben, aber auch dann hat man das Spiel relativ schnell geschafft.

Das war’s und jetzt geht’s los – im re.play.

re.play – The Ancient Art of War in the Skies

re.play – The Ancient Art of War in the Skies

Persönliches

Wir haben dieses Spiel immer nur kurzfristig in den Händen gehalten, vor allem der Actionteil hat uns immer angesprochen. Konnten wir hier doch selbst in einem Strategiespiel mal Hand anlegen. Leider war die Spielbarkeit oder unsere Fähigkeit nicht so, dass wir jemals wirklich Spaß damit gehabt hätten. In meiner Spielehistory nimmt dieser Microprose Titel aus dem Jahr 1992 nur einen sehr kleinen Teil ein. Der Strategiespielteil war mir zu simpel und der Actionteil zu unspielbar. Entsprechend kurz ist dann auch das re.play ausgefallen, sollte aber dennoch einen recht guten Überblick über das Spiel vermitteln können.

Grafik

Von der Menügrafik einmal abgesehen, gibt es hier die Draufsicht für die strategische Simulation und die Seiten- und Draufsicht für den Luftkampf und das Bombardieren. Grafisch zweckdienlich aber nicht wirklich schön anzusehen.

Strategische Draufsicht
Strategische Draufsicht – Bildquelle: Mobygames.com

 

Luftkampfansicht
Luftkampfansicht – Bildquelle: Mobygames.com

 

Bomben Abwurf

Bomben Abwurf – Bildquelle: Mobygames.com

 

Sound

Der Sound ist ok bis an wenigen Stellen sogar nervig. Musik gibt es so gut wie keine. Insgesamt geht der Sound und die Musik aber in Ordnung.

Spielprinzip

Auf einer mit strategischen Ressourcen (Dörfer, Flugfelder, Lager, ect) befüllten Karte (ähnlich Battle Isle) kann der Spieler durch eingreifen seiner Luftflotte dern Verlauf einer Front beeinflussen und so die Herrschaft über diese Karte erlangen. Er kann (bis auf das direkte Bombardieren der Front) dieser Front nur indirekt über die Bombardierung der Ressourcen beeinflussen. Die Front kann über Ressourcen hinwegwandern und diese damit zu der eigenen Seite zur Verfügung stellen. Gewonnen ist die Karte, wenn die feindliche Hauptstadt von der Front überrollt wurde (wie es mir in der zweiten Mission passiert ist) oder der Feind aufgibt weil ihm keine Einheiten mehr zur Verfügung stehen. Die Luftflotte enthält zwei Flugzeugtypen, die sich auch nicht mehr ändern im laufe des Spieles. Einmal den Jäger und einen Bomber.

Alles passiert in Echtzeit, nur der Luftkampf und das Bombardieren hält die Zeit auf der Karte an.

 

Wer sich jetzt angesprochen fühlt und mir beim Versagen zuschauen will, kann das hier tun.

re.play – The Legacy

The Legacy: Realm of Terror

Persönliches

Ich habe dieses Microprose Rollen/Horror-Spiel, nicht bei Erscheinen 1993 gekauft, sondern später in einer „Budgetkist“ bei Amazone Karstadt gekauft. Hat mich damals um 20 DM gekostet. Ich hatte schon immer ein Auge darauf geworfen, aber das ungewöhnliche Setting für Microprose (Horror) hat mich ursprünglich Abgehalten. War jedoch schon damals von diesem frühen Renderlook gehyped. Ich war damals von Autodesks 3D-Studio begeistert. Damals habe ich schon viel damit rumprobiert. Hier mal mein erstes Model.

 

Mein erstes 3D Model in 3D-Studio R2

Für mich war es damals ganz offensichtlich, es wurden die meisten Grafiken in mit 3D-Studio erzeugt. Ich war neugierig und hungrig auf mehr Renderware. Ich habe also oft im Regal vor diesem Spiel gestanden, habe aber dann doch erst zugegriffen als es günstiger war.

Grafik

Abgesehen von den gerenderten Schritt für Schritt Bildschirmen wie in Eye of the Beholder, gibt es noch handgepixelte Charakterscreens. Hin und wieder trifft man auch auf Räume, in denen mit der üblichen Perspektive gebrochen wird. Hier wird dann der Raum aus einer leicht anderen Perspektive und mit anderen Mechaniken, die an ein Adventure erinnern, dargestellt. Man kann hier nun den Raum untersuchen und in Point&Click-Manier Rätsel lösen.

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Spieloberfläche im Render-Look

Iventory Management
Iventory Management

 Sound

Der Sound ist angemessen. So gibt es Geräusche, die von Gegnern erzeugt werden und es gibt auch eine Musik, die in den meisten Leveln angemessen ist. In Museum, ist sie allerdings nicht zu ertragen.

Spielprinzip

Wie in Dungeon-Crawlern der Zeit üblich, schreitet man hier schrittweise durch ein verfluchtes Haus und versucht dessen Geheimnisses zu lösen und wieder verlassen zu können. Natürlich lauern hier gruselige Gestallten und gemeine Fallen auf dem Spieler. Mehr als vielleicht in dem Genre üblich, wird hier auf Story und Rätseln wert gelegt. Magnetic Scrolls ist ja bekannt für seine Adventures bekannt und wollte hier den Schritt in Richtung Rollenspiel gehen. Dieser Hybrid funktioniert aus meiner Sicht nicht wirklich gut. Die Mischung greift nicht gut genug in einander.

Aus heutiger Sicht wirken die Rätsel zu willkürlich. Der Rollenspiel/Dungeon-Crawler-Teil fühlt sich sehr zufällig bei dem Kämpfen oder Zaubern an. Mal klappt es, mal nicht. Steigern von Werten haben hier gefühlt so gut wie keinen Einfluss.

Wer sich jetzt gruseln lassen möchte, geht hier lang.

re.ware – MS-Dos Soundsynthese mit Roland MT-32 und SC-55

Soundsynthese mit Roland MT-32 und SC-55

In diesem re.ware schauen wir uns einmal die Möglichkeiten der Soundsynthese des MT-32 und SC-55 unter MS-Dos an. Wir betrachten kurz den Hintergrund und klären die Funktionsweise. Sprechen über die größten Unterschiede und hören uns im Abschluss Beispiele von MS-Dos Spielen wie Doom oder Aces of the Pacific an.

re.play – A Boy and his Blob

A Boy and his Blob – Trouble on Blobolonia

Persönliches

Eines der wenigen Spiele, das ich für ein re.play herausgesucht habe obwohl ich es damals nur sehr kurz gespielt habe und auch nie besaß: A Boy and his Blob ist entgegen meiner sonstigen Spielgewohnheiten weniger actionlastig, sondern tendiert eher in Richtung Adventure. Ich konnte es lediglich auf dem Nintendo-Display in einer örtlichen Spielwarenabteilung anspielen, hatte selbstverständlich nicht das notwendige Kleingeld zum Kauf dabei, und habe es daraufhin nie wieder irgendwo gesehen. Dank der ROM-Verfügbarkeit sowie einem günstigen Angebot des Original-Cartridges in Verpackung – preislich offenbar dem Umstand geschuldet, dass ich nicht alleine mit der weitgehenden Unkenntnis des Spieles bin – wollte ich jetzt aber doch mal sehen, ob es wirklich so gut ist wie in der Erinnerung. Zumindest die Beteiligung von David Crane lässt hoffen.

A Boy and his Blob - erster Bildschirm
Erster Bildschirm: Nacht in der Stadt

Spielgeschichte

Man wird als namenloser Junge von einem Blob begleitet, der vom Planeten Blobolonia auf die Erde gekommen ist, um Hilfe im Kampf gegen den bösen König zu suchen, der sein Volk unterworfen hat. Der Junge kann dabei den Blob mit Weingummis in 14 verschiedenen Geschmacksrichtungen füttern, woraufhin er – der Blob – sich in bestimmte hilfreiche Gegenstände verwandelt. Der erste Teil des Spiels findet auf der Erde statt, genauer gesagt in einer nächtlichen U-Bahn, wo die beiden zusammen Schätze finden müssen. Mit diesen kaufen sie sich Vitamine, die später als Munition gegen den bösen König helfen sollen (aber, um mal zu spoilern: Dafür gar nicht genutzt werden können) und fliegen dann auf dem Blob in Raketengestalt zum Planeten Blobolonia (der aber, um abermals zu spoilern, kaum extraterrestrischen Charakter hat).

A Boy and his Blob: Blobolonia
Der Planet Blobolonia – oder doch nur ein Feld?

Gameplay

Als eines der wenigen NES-Spiele folgt hier eine vom Computer gesteuerte Figur: Der Blob. Seine Verwandlungsfähigkeiten sind notwendig, um durch die Levelabschnitte des Spiels voran zu kommen: Lakritz verwandelt ihn in eine Leiter, Erdbeere in eine Brücke, Zimt in einen Bunsenbrenner, und Orange am Ende in den Vitablaster, mit dem das Spiel doch noch zum Shoot’em’up wird, allerdings werden dabei nur Vitamine verschossen und es stirbt kein Gegner. So gesehen kindgerecht, aber auch mit einer Einstiegshürde versehen: Die Verbindung zwischen Geschmacksrichtung und Funktion wird nicht in der Anleitung erklärt, sondern muss erspielt und verinnerlicht werden.

A Boy and his Blob: U-Bahn-Schlange
Einer der wenigen Gegner: Die U-Bahn-Schlange

Auch ohne Vitablaster sind die meisten Gegner nicht zerstörbar, und der Junge kann sich auch weder ducken noch springen. Der Blob folgt automatisch, bzw. kann mittels B-Taste gerufen werden. Dies ist auch durchaus öfter erforderlich, denn der Junge kann schneller laufen als der Blob – und ist dann öfters mal ein paar Bildschirme voraus. Aus der Kombination der Verwandlungen ergibt sich die Überwindbarkeit bestimmter Hindernisse, wobei das selten kompliziert ist, bzw. nach einmaligem Erfolg keine weitere Hürde darstellt. Mit insgesamt nur zwei Leveln fällt das Spiel reichlich kurz aus.

Grafik und Sound

Die Grafik weiß im ersten Level durch detailreiche Hintergründe und vielfältige Animationen des Blobs zu gefallen, der auch in jeder Verwandlungsstufe seine Augen beibehält. Im Gegensatz zu anderen Spielen scrollt die Seitenansicht nicht kontinuierlich, sondern bildschirmweise – dies ist einerseits ein Vorteil, da man häufig den Blob genau an bestimmten Stellen platzieren muss, was in der statischen Ansicht einfacher fällt – andererseits aber auch schnell ein sehr nerviger Nachteil, da man häufig beim Bildschirmwechsel in Gegner oder Fallen läuft, die man nicht sehen konnte. Überhaupt ist über die Grafik nicht mehr viel Positives zu sagen. In Level 2 hat man ein auch nur ansatzweise stringentes Leveldesign über Bord geworfen und die Bildschirme geradezu zusammenhanglos aneinander geklatscht. Teilweise wiederholen sich die Inhalte auch, dass man nicht immer sicher ist, überhaupt einen Bildschirm weiter gegangen zu sein. Die Darstellung des Jungen geht über „Strichmännchen“ kaum hinaus, und erinnert stark an Pitfall, ebenfalls als der Feder von David Crane, aber das war auch 7 Jahre früher auf dem Atari 2600.

A Boy and his Blob: Zähne
Wir brauchen noch Gegner – Zähne? Wie wär’s mit Zähnen?

Der Sound – der ist mir dankenswerter Weise beim damaligen Probespielen entgangen, es gibt im Grunde genommen nur einen einzigen Track, der sehr schnell sehr nervig wird. Das Intro erinnert ein wenig an Indiana Jones, passend zur Font-Gestaltung des Titels.

Anspruch

Viele Details machen das Spiel erheblich schwerer als es sein müsste. Das Leveldesign muss im Grunde genommen auswendig gelernt werden, um zu wissen an welchen Stellen man herunterspringen kann, und an welchen nicht. Die Beziehungen zwischen Weingummi und Funktion müssen ebenfalls erlernt werden, und der Weingummi-Vorrat ist pro Sorte unterschiedlich begrenzt. Man kann nicht beliebig viele Dinge ausprobieren ohne Gefahr zu laufen, irgendwann mangels passender Sorte die Reset-Taste drücken zu müssen. Manche Weingummisorten können nur unterwegs gefunden werden, haben aber kurz vor Spielende eine sprichwörtliche Schlüsselfunktion – abermals, Hallo Reset-Taste. Es gibt 5 Leben, durch Aufsammeln von „Pfefferminz-Weingummis“, die leider kaum von Gegnern zu unterscheiden sind, lassen sich Leben dazu finden. Eine Continue- oder Passwort-Funktion gibt es hingegen nicht. Man muss das Spiel in einem Rutsch durchspielen, was ohne Speicherstände mittels Emulator meiner Ansicht nach nur eine sehr überschaubare Anzahl Spieler von sich behaupten kann, geschafft zu haben.

 

A Boy and his Blob: Der böse König
Der überaus stattliche – Äh, statische Endgegner

So interessant die Spielidee auch ist, und so stimmungsvoll die ersten Bildschirme, so eklatant schlecht sind leider entscheidende Elemente des Spiels umgesetzt. Beim Erscheinen war der Drang vielleicht noch höher sich da durch zu beißen, mit dem heutigen Abstand und mehr Vergleichsmöglichkeiten zu gutem und schlechtem Spielentwurf jedoch – bleibt nicht viel mehr als eine nette Idee übrig, und bei mir eine unerwartet große Enttäuschung.

Kommt mit in die sprichwörtlichen Abgründe – in’s re.play.

 

re.play – Mega Man 3

Mega Man 3

Persönliches

Nachdem ich Mega Man 2 geradezu verschlungen hatte, war recht klar dass ich am Nachfolger wohl nicht vorbeikommen würde. Gefühlt lagen Jahre dazwischen, gerade nochmal nachgesehen dann aber doch nur eines, in Bezug auf die Veröffentlichungstermine. Das Warten hatte sich dann auch gelohnt, der dritte Teil war eine Verbesserung in so ziemlich jeder Hinsicht. Neue Funktionen (Rutschen), mehr Level (inklusive der Gegner aus Mega Man 2), mehr Grafik (detailliertere Hintergründe), und ein Soundtrack der dem Vorgänger in nichts nachsteht. Ich glaube, Mega Man 3 war eines der wenigen Spiele, dass ich nicht vorab im Laden angespielt habe – was sollte schon schiefgehen?

Mega Man 3: Titelbildschirm
Titelbildschirm

Spielgeschichte

Nachdem in Teil 2 Dr. Wily bezwungen wurde, hat er sich nun – wirklich? – der guten Seite verschrieben und unterstützt Dr. Light, dennoch sind 8 Roboter durchgedreht und müssen aufgehalten werden. Noch dazu begegnet und Proto Man, sozusagen das Vorgängermodell von Mega Man, an manchen Stellen im Spiel – mal um uns zu helfen, mal um uns „herauszufordern“ (also auch über den Haufen zu schießen, wie der Rest der Gegner). Am Ende ist Dr. Wily natürlich nach wie vor der Böse, und wir dürfen uns in bekannter Manier durch seine Festung ballern.  Auch mit mehr Abstand wird die Story irgendwie nicht besser, noch dazu wurde Dr. Light für dieses eine Spiel in „Dr. Right“ umbenannt. Egal – weniger nachdenken, mehr ballern! Doch diesmal ist das Stein/Schere/Papier-Prinzip der Vorgänger bei der Waffenwahl nicht mehr ganz so offensichtlich, es muss mehr probiert werden. Helfen Roboterschlangen gegen Gemini Man, und wenn ja, warum?

Mega Man 3: Gegnerauswahl
Gegnerauswahl

Zur Seite stehen uns diesmal nicht die Items 1-3 zur Überwindung von Hindernissen, sondern Roboterhund „Rush“, in der deutschen Übersetzung leicht holprig „Flitz“ genannt. Er kann sich sozusagen serienmäßig in ein Trampolin verwandeln, nach dem Sieg gegen bestimmte Endgegner bekommt er die Fähigkeit hinzu, zum Jet oder U-Boot zu transformieren. Leider sind sowohl U-Boot als auch Trampolin durch die Jet-Funktion vollständig ersetzbar, was zwei der drei Gestalten sehr schnell obsolet macht.

Gameplay

Keine Experimente, was Laufen, Schießen und Springen angeht – die Steuerung ist in der Hinsicht identisch zu den vorangegangenen Teilen der Serie. Hinzu gekommen ist die Möglichkeit des Rutschens, indem man das Steuerkreuz nach unten gedrückt hält während man A zum Springen drückt – und damit erstmals kann Mega Man sich auch vor Angriffen ducken.  Das bringt mehr Geschwindigkeit und Dynamik in’s Spiel, gleichzeitig sind aber die Angriffe der Gegner darauf angepasst, so dass der Schwierigkeitsgrad eher wieder angezogen hat. Aufgrund der Größe der Sprites kann man den Endgegnern relativ schlecht ausweichen, gerade den Phantom-Bossen mit Mega-Man-2-Innenleben im späteren Spielverlauf. Einen Difficult-Modus wie bei Mega Man 2 gibt es diesmal nicht.

Mega Man 3: Needle Man Stage
Needle Man Stage – es wird scharf geschossen

Der mit insgesamt 16 Endgegnern plus der Wily-Festung ungewöhnlich lange Spielumfang dünnt zum Ende hin etwas aus, die letzten Level sind extrem kurz und beinahe schon anspruchslos. Wie immer lässt sich Dr. Wily natürlich nur mit einer einzigen Waffe bezwingen, und das wiederum auch nicht durch „normale“ Benutzung, sondern durch einen erneuten Tastendruck, wenn man nach dem ersten Angriff keine Wirkung gesehen hat. Wenn man es nicht weiß, erstmal unschaffbar. Wenn man es weiß, lächerlich einfach.

Grafik und Sound

Während die Musiktitel zu Mega Man 2 immer als Referenz betrachtet werden, stehen jene von Mega Man 3 immer ein wenig im Schatten – zu unrecht. Wie immer passen sie sehr gut zu den sehr abwechslungsreich gestalteten Leveln, und sind am Beispiel des Themes der Snake-Man-Stage auch stark ohrwurmverdächtig. Die Grafik hat gerade in der Hintergrundgestaltung der Level zugelegt, aber auch die Gegner sind größer und detaillierter animiert, wobei allerdings der NES-Leistungsfähigkeit offensichtlich etwas zu viel zugetraut wurde – es ruckelt stellenweise erbärmlich. An manchen Stellen fehlt auch etwas der Feinschliff, der schwarze Balken links an den Screenshots ist mit Original-Cartridge im NES auf einem Röhrengerät auch zu sehen, also kein Emulator- oder ROM-Fehler.

Mega Man 3: Dr. Wilys Festung
Dr. Wilys Festung wartet wieder einmal

Anspruch

Sind manche Level noch auf Mega Man 2-Niveau, heben besonders die späteren Phantom-Level oder auch manche Bosse in der Wily-Festung ziemlich nach oben ab. Die Mega Man 2-Phantom-Endgegner haben schnellere Angriffsmuster als gewohnt und teilen auch mehr Schaden aus, und einer der schwersten Mega Man 1-Gegner wurde ebenfalls recycelt. Viele Kämpfe sind auch einfach durch die einbrechende Framerate schwierig; Generell könnte man damit als zwangsweise Zeitlupen-Funktion ja leben, aber leider wird dabei auch die eine oder andere Controllereingabe verschluckt. Auch gibt es Passagen, welche zwingend mit Rush/Flitz im Jet-Modus überflogen werden müssen und zwischenzeitliches Aufladen der dafür benötigten Energie erfordern, stirbt man jedoch danach und muss den Abschnitt nochmals durchfliegen, fehlen die dafür benötigten Energietanks – und wir finden uns in einer schöne Sackgasse. An E-Tanks und Leben mangelt es diesmal allerdings weniger, gerade die Gemini-Man-Stage mit dem Roboter-Fischlaich bietet sich zum Farmen an. Die gelegentlich versteckten Fragezeichen-Container hingegen werfen selten brauchbare Items ab.

Mega Man 3: Endgegner
Mehr Endgegner passte nicht auf den Bildschirm

Insgesamt ist das Spiel etwas schwerer als sein Vorgänger, teilweise durch schlechtes Leveldesign, teilweise durch Performance-Probleme – aber für Mega Man-erprobte Spieler schaffbar. Ich habe selber aufgrund der Spiellänge allerdings die höheren Level relativ selten gespielt und mich mehr mit den 8 Leveln im Anfang begnügt, da die späteren Phantomwelten bekanntes Leveldesign zeigen, oder im Falle von Dr. Wilys Festung auch einfach mal enttäuschend kurz und einfach ausgefallen sind.

Und jetzt schnell in’s re.play hinein gerutscht.

re.play – ATAC: Der geheime Krieg gegen die Drogen

ATAC: Der geheime Krieg gegen die Drogen

Persönliches

Hier wurde ich durch Der Schattenkrieg und den Film auf dieses Spiel angesprochen. Ich fand das ungewöhnliche Setting interessant und war natürlich für eine Microprose Simulation schnell zu begeistern. Daher habe ich hier auch bei dem Erscheinen zugegriffen. Der erste Blick ins Handbuch offenbart schon, dass dieses Spiel nicht von Microprose entwickelt wurde. Das Handbuch offenbar anstelle von historischen Daten und technischen Details, eine nett geschriebene Story. Diese soll das Setting für das Spiel setzten,  hat aber im Endeffekt nichts damit zu tun. Ich erinnere mich daran, dass ich meist nur etwas rum geflogen bin. Den ganzen strategischen Teil habe ich weder verstanden noch oft gespielt.

Grafik

Das hier die Grafikengine von Birds of Prey verwendet wurde, ist glaube ich naheliegend. Optisch ist es ok. Argonaut, die Entwickler, haben hier anscheinend mehr Zeit für die Bodengrafik investiert, wie für die Flugzeuge und anderen Fahrzeuge. Jedoch kommt das Gefühl von dichtem Dschungel nicht auf. Zu viele Strassen und Eisenbahnnetzte verschandeln den Urwald Kolumbiens. Die Stäte sind detailliert und auch die Ziele, wie Farmen oder Airports lassen sich gut erkennen.

Sicht aus der F-22
Sicht aus der F-22

Im strategischen Teil gibt es nette Menügrafiken und eine unübersichtliche Karte.

Menügrafik
Menügrafik

 

Strategische Karte
Strategische Karte

Sound

Abgesehen von dem Intro gibt es keine Musik und im strategischen Teil gibt es keinen Sound. Die Simulation hat Triebwerkssound und Explosionen. Da wäre mehr Abwechslung wünschenswert gewesen.

Spielprinzip

Ziel des Spieles ist einen oder alle vier Drogenbarone zu vernichten. Der Fortschritt wird in Prozent gemessen. Die Einheit wird einem nicht eröffnet. Insgesamt spricht das Spiel über die Ereignisse sehr wenig. Es gibt zwar einen „Informationsbericht“ aber dieser berichtet nur von startenden Landlieferungen der Barone und darüber was zerstört wurde. Die Auswirkung dieser Zerstörung oder Lieferungen wird einem nicht erklärt.

Hier soll man nun Missionen planen und/oder Angriffe fliegen. Damit bricht dann leider die nette Idee auseinander.

Hier könnt ihr das re.play sehen.